Die Folgen eines lückenhaften Gebisses

Verschlechtert sich die Kaufunktion, macht das Essen keine Freude mehr; bei Verlust mehrerer Zähne verändern sich sogar unsere Gesichtszüge; die Nachbarzähne können sich bewegen oder in Richtung Zahnlücke kippen. Somit kann die Gesundheit unseres gesamten Gebisses in Gefahr geraten. Wir schämen uns, verschliessen den Mund, ausgelassenes Lachen wird in unserem Leben immer seltener. Wir ziehen uns zurück, unsere Selbstwahrnehmung leidet darunter; all das kann sich auch auf unsere sozialen Kontakte negativ auswirken.

Der modernste Zahnersatz ist die Implantation.

Die modernste Methode für den Ersatz fehlender Zähne ist das Einpflanzen von Zahnimplantaten. Die Grundlagen dafür hat der schwedische Professor Per-Ingvar Branemark in den 50er-Jahren geschaffen. Er hat entdeckt, dass das gewebefreundliche Titan dank seiner speziellen biologischen, chemischen und physikalischen Eigenschaften sich innerhalb von wenigen Monaten sehr fest und dauerhaft mit dem Knochen verbindet. Auf diese Weise lassen sich mit Titan ein oder mehrere künstliche Zähne, sogar Vollkieferbrücken, fest verankern. Und es widersteht den Kaukräften.

Tägliche Routine

„Heutzutage setzen wir Implantate routinemässig ein“,erklärt unsere für Implantologie zuständige Zahnärztin Dr. Katja Schlee (Master of Oral Implantology). Wir verwenden Implantate zum Ersatz von einzelnen oder mehreren Zähnen, aber auch bei kompletter Zahnlosigkeit können wir den Patienten wesentlich komfortablere Lösungen mit Implantaten im Gegensatz zu herausnehmbaren Prothesen bieten. Dank verfeinerter Operationstechniken und der herausragenden Qualität der verwendeten Materialien können wir bei ausreichender Knochensubstanz den Eingriff einfach und sicher durchführen.

Durch die moderne, digital unterstützte Herstellung von Kronen, Brücken und Prothesen ist das ästhetisch und funktionell hochwertige, sehr zufriedenstellende Ergebnis gesichert. „Der Patient hat das Gefühl, als hätte er seine ursprünglichen Zähne zurückbekommen“, erläutert die Zahnärztin. Unserer Bitte entsprechend zählt sie dann die verschiedenen Behandlungsschritte auf. (Diese können von Fall zu Fall leicht variieren.)

Behandlungsschritte

Beratung und Befundaufnahme

„Vor Beginn der Behandlung ist eine detaillierte und gründliche Befundaufnahme und eine sorgsame Planung notwendig. Wir fertigen eine Panoramaröntgen-oder 3-D-Röntgenaufnahme an, aufgrund derer wir feststellen, ob das vorhandene Knochenangebot sowie die Zahn- und Zahnfleischsituation für die Implantatsetzung geeignet ist. Unter Berücksichtigung der Anatomie, des allgemeinen Gesundheitszustands, des Lebensstils und der Erwartungen und Möglichkeitender Patienten erstellen wir einen massgeschneiderten Behandlungsplan, in dem wir Anzahl, Lage und Einsetzungswinkel der Implantate festlegen. Um die für den Eingriff erforderlichen idealen Voraussetzungen zu schaffen, können begleitende Behandlungen (wie z. B. Parodontosebehandlung, Füllungen, Zahnsteinentfernung) notwendig sein“, sagt die Zahnärztin.

Der Eingriff

„Die Implantation wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Das Zahnfleisch wird minimal aufgeklappt,um den Kieferknochen freizulegen“, erklärt Dr. Schlee. Mit einem speziellen Fräser wird eine Bohrung in die Knochensubstanz gemacht, in welche die Implantatschraube eingedreht wird. Anschliessend wird das Zahnfleisch um oder über dem Implantat zugenäht. Die Heilung und das Zusammenwachsen von Knochen und Implantat findet dann in diesem geschlossenen, geschützten Raum statt.

Nach dem Eingriff fertigen wir zur Kontrolle eine Panoramaaufnahme an. Das Setzen eines Implantats nimmt in Idealfall lediglich 15 bis 30 Minuten in Anspruch und belastet den Organismus nicht mehr als ein einfaches Zahnziehen.

Nach dem Eingriff

Um eine schnelle Wundheilung zu fördern, ist wenigstens einige Tage nach dem Eingriff vom Rauchenund von der Einnahme schwerer Mahlzeiten abzuraten“, warnt die Zahnmedizinerin.

Die Heilungsphase

Je nach persönlichen Charakteristiken des Patienten dauert die Heilungsperiode 3 bis 6 Monate. So viel Zeit braucht das Knochengewebe, um mit dem Implantat zusammenzuwachsen – dieser Prozess wird alsOsseointegration bezeichnet. Wenn der Patient vor der Implantation Zahnersatz getragen hat, kann er diesen nach wenigen Tagen wieder einsetzen oder er kann gegebenenfalls festen provisorischen Zahnersatz bekommen.

Das Einsetzen der definitiven Zahnersatzes

„Nach Abschluss der Osseointegration“, führt die Zahnärztin weiter aus, „legen wir das Implantat unter örtlicher Betäubung frei und schrauben eine Einheilkappe darauf. Diese hilft dabei, dass das Zahnfleisch eine ideale Form um die künstliche Wurzel annimmt. Nach der 7- bis 14-tägigen Heilungszeit nehmen wir Abdrücke, mit deren Hilfe die Zahntechniker die endgültige Arbeit anfertigen. Je nach Bedürfnissenund Möglichkeiten des Patienten kann fester oder herausnehmbarer Zahnersatz hergestellt werden, der vom Patienten wie die eigenen Zähne benutzt und belastet wird.“

Schlüssel des Erfolges sind gute Mundhygiene und regelmässige zahnärztliche Kontrolle.

„Implantate bieten eine endgültige Lösung, unentbehrlich sind aber die entsprechende Mundhygiene und die halbjährlichen zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen“, betont Dr. Schlee. Es ist ausgesprochen schädlich, wenn der Patient weiterhin raucht oder der guten Zahn- und Mundpflege nicht genügend Aufmerksamkeit schenkt. Ausser der Zahnbürste ist es auf jeden Fall empfehlenswert, spezielle Zahnseide oder eine Interdentalbürste zu benutzen. Unser Fachpersonal informiert die Patienten über die richtige Anwendung.

Wem können wir die Implantation empfehlen und wem nicht?

„Die gute allgemeine Gesundheit und eine ausreichende Menge und Qualität an Kieferknochen sind Grundvoraussetzungen für die Behandlung“, erklärt die Zahnärztin. „Wenn die gegeben sind, spricht im Allgemeinen nichts gegen den Eingriff. Wenn zu wenig Knochenmasse vorhanden ist, fängt die Behandlung mit Knochenaufbau, im Oberkiefer oft mit der Erhebung des Kieferhöhlenbodens (Sinuslift) an. Anschliessend kann die Implantation durchgeführt werden. Zustände, die die Implantatsetzung kontraindizieren: akute Zahnfleischentzündung, pathologische Bisssituationen und Zahnstellungen, allgemeine chirurgische Kontraindikationen (wie auch die Schwangerschaft), Stoffwechselstörungen im Knochenmaterial, schwerwiegende Osteoporosen und deren Behandlung durch Bisphosphonate, Tumorerkrankungen, bestimmte immunologische Erkrankungen, unbehandelte Zuckerkrankheit, Blutgerinnungsstörungen, schwerwiegende Herz-Kreislauf- sowie Nierenerkrankungen, Parkinson-Syndrom, schwere Alkohol-, Drogen- und Medikamentenabhängigkeit. In solchen Situationen muss man andere Lösungen wählen. Doch bei guter Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient“, betont Dr. Schlee, „gibt es immer eine Lösung.“

Warten Sie nicht zu lange, sonst wird das Problem noch grösser.

„Grundsätzlich muss Zahnverlust so kurzfristig wie möglich wieder ersetzt werden, denn selbst der Verlust eines einzelnen Zahnes kann das Gleichgewicht im Mund stören. Durch ein Hinauszögern der Behandlung gefährden wir die richtige Position der Zähne, die Gesundheit des Zahnfleisches, die Erhaltung von Knochensubstanz und verlieren wir an Lebensqualität“, sagt die Zahnärztin abschliessend.