1. Zahnfleischentzündung und die „Krankheit des Vergessens“,

die gefürchtete Alzheimerkrankheit: Was tun Sie dafür, Ihre mentale Frische auch im fortgeschrittenen Alter zu behalten, ein aktives, selbstständiges Leben zu führen? Ausser viel Bewegung und dem Vermeiden von Rauchen achten Sie auf noch etwas: die entsprechende Mundhygiene! Als Resultat jahrzehntelanger Untersuchungen sind verschiedene Forschungsgruppen unabhängig voneinander zur Schlussfolgerung gelangt, dass es einen engen Zusammenhang gibt zwischen Porphyromonas gingivalis, dem für die Zahnfleischentzündung vorrangig verantwortlichen Bakterium, und der Alzheimer Krankheit, die als wichtigste Ursache für mentalen Abbau im fortgeschrittenem Alter (Demenz) gilt.

Untersuchungen von Gehirngewebeproben bei Alzheimer-Kranken haben fast ausnahmslos die Präsenz von Porphyromonas gingivalis gezeigt, während bei Gewebeproben von nicht Erkrankten das Bakterium nicht gefunden wurde. Einfacher formuliert, das für die Zahnfleischentzündung hauptverantwortliche Bakterium ist Mitverursacher, zumindest aber Beschleuniger der Entwicklung der Alzheimerkrankheit.

Zusammenfassend kann man sagen, dass zwar in erster Linie genetische Faktoren, Geschlecht (bei Frauen ist die Erkrankung häufiger), Bildung und Lebensstil für die Erkrankung ausschlaggebend sind, dennoch sind Bakterien und Viren, die grösstenteils auch in der Mundhöhle vorkommen, für diese Krankheit mitverantwortlich.

2. Parodontose als Hintergrund von heimtückischem Bauchspeicheldrüsenkrebs:

Erkrankungen von Zahnfleisch und Zahnbett können sich auf den ganzen Organismus auswirken. Eine von den 1990er-Jahren bis 2012 währende wissenschaftliche Untersuchung in den Vereinigten Staaten hat ergeben, dass das Risiko von bestimmten bösartigen Tumoren höher ist bei Menschen, die unter schwerer Parodontose leiden, als bei jenen, die nur leichte Parodontose oder keine Zahnfleischentzündung haben. Besonders gefährdet unter den Teilnehmern waren diejenigen, die unter Zahnverlust oder sogar kompletter Zahnlosigkeit litten. Den deutlichsten Zusammenhang fanden die Forscher im Fall von Dickdarm- und Lungenkrebs, aber anscheinend können die für die Zahnfleischentzündung verantwortlichen Erreger auch mit einer der bösartigsten Tumorerkrankungen, mit dem Bauchspeicheldrüsenkrebs, in Zusammenhang gebracht werden.

Die Forscher gehen von der Annahme aus, dass es eine Verbindung zwischen der Anzahl von pathogenen Bakterien in der Mundhöhle und dem Tumorrisiko besteht. Die 2012 beendete Untersuchung konnte allerdings nicht bestimmen, ob die Zahnfleischentzündung die Ursache oder das Resultat des Bauchspeicheldüsenkrebses ist, die Studie konnte lediglich den Zusammenhang nachweisen. Gleichwohl haben die Wissenschaftler zwischen anderen oralen Pathologien, wie z. B. Karies und Pankreastumor, keine Verbindung gefunden. Genauso wenig zwischen Zahnfleischentzündung und anderen Krebsarten wie Brustkrebs, Prostatakrebs oder Leukämie.

3. Schützen Sie Ihr Herz, rechnen Sie mit dem unsichtbaren Feind in Ihrem Mund ab!

Zwischen Mundhygiene und den weltweit als erste Todesursache geltenden Herz- und Kreislauferkrankungen zeigt die Wissenschaft ganz eindeutige Beweise. In der Mundhöhle kann man gleichzeitig bis zu 700 verschiedene Bakterienarten beobachten. Davor muss man nicht erschrecken, da die nützlichen und schädlichen Bakterien gleichermassen notwendig sind, um die gesunde Darmflora aufrecht zu erhalten.

die fatalen Folgen der vernachlässigten Mundhygiene

Probleme treten erst auf, wenn das Gleichgewicht gestört ist und die nützlichen Bakterien die schädlichen nicht mehr hemmen können. Die sich vermehrenden schädlichen Bakterien (wie z. B. Streptokokken, die für vielfältige Erkrankungen verantwortlich sind) können nicht nur in der Mundhöhle Infektionen verursachen, sondern können in anderen Regionen des Körpers Entzündungen und schweren Pathologien provozieren. Erstes Anzeichen dafür, dass die nicht nur in der Mundhöhle, sondern für den gesamten Organismus schädlichen Bakterien sich angesiedelt haben, ist das Zahnfleischbluten. Dieses und auch die entstehenden Schleimhautwunden sind nicht nur als Symptome, sondern gleichzeitig als Gefahrenquellen zu verstehen, da gerade Blutungen, Wunden und Geschwüre den Weg für Bakterien in Richtung innere Organe freimachen. Bestimmte pathogene Keime, einmal in die Blutbahn gelangt, haften an den Blutplättchen an und provozieren Blutgerinnung in den Blutgefässen. Die so entstandenen Blutgerinnsel können die Blutversorgung des Herzens hindern und dadurch Herzinfarkt auslösen. Auf diese Weise – wie die Untersuchungen der University of Bristol und des Royal College of Surgeons 2008 feststellten – haben Patienten, die unter Zahnfleischbluten leiden, ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt.

Es ist sicherlich herzerwärmend zu sehen, wie viel Sie durch nur zweimal je drei Minuten tägliches Zähneputzen und durch das tägliche Benutzen von Zahnseide für Ihr Herz tun können!